Am vergangenen Wochenende gastierte Bezirksoberliga-Aufsteiger SG Moosburg bei den Altöttinger Handballern. Nach einer ärgerlichen Niederlage in der Hinrunde hatten die Hausherren noch eine Rechnung zu begleichen. Aufgrund einer ausgedünnten Personaldecke – neben den Langzeitverletzten fehlten diesmal zudem Abwehrchef Tobias Huber (AÖ) und Rückraum Felix Halmsteiner – rückten Mitte Johannes Petershofer und Kreisläufer Ole Zander in den Kader nach.
Von Beginn an nahm sich die Mannschaft von Spielertrainer Michael Oberauer vor, eine harte Abwehr mit raschem Rückzug zu stellen, um das schnelle Angriffsspiel der SG über die erste und zweite Welle zu unterbinden. Über Rückraum Christoph Baaken und einem Tor vom Siebenmeterstrich durch Johannes Resch gingen die Hausherren gleich mit 2:0 in Führung (3.). Dann fand auch Moosburg allmählich in die Begegnung: Durch zügige Kreuzbewegungen der Rückraumakteure schafften es die Gäste immer wieder, mittels Durchbrüchen zwischen den Außen- und Halbverteidigern, sowie über ihre Außenschützen Tore zu erzielen, und blieben so in der Anfangsphase gleichauf mit den Wallfahrtsstädtern (5:5/11.).
In den nächsten Minuten fehlte dem TVA die Kreativität im Angriff, was zu Ballverlusten und Fehlwürfen führte. Diesen Offensiv-Leerlauf bestrafte die SG mit einer 5:0-Serie, und konnte sich nach 18 Minuten erstmals mit plus drei absetzen (7:10/18.). Doch die Altöttinger Herren ließen sich davon nicht beirren: Zuerst netzte Kreisläufer Simon Karl ein, dann verwandelte Resch einmal aus dem Feld, und einmal per Gegenstoßpass von Schlussmann Manuel Stadler zum erneuten Ausgleich (10:10/21.). Der Führungswechsel sollte den Hausherren allerdings verwehrt bleiben, stattdessen ließ man Moosburg insbesondere in der Defensive zu oft gewähren, sodass diese kurz vor der Pause auf 12:16 (29.) stellen konnten. Altöttings Topscorer Felix Zepf hielt die TVA-Offensive weiter auf Betriebstemperatur, und verkürzte per Dreierpack auf 14:16 zur Halbzeit.
Die Wallfahrtsstädter blieben im zweiten Durchgang weiter am Drücker: Insbesondere schnelle Rückraumwürfe aus acht Metern landeten vielversprechend im SG-Kasten, so fand man über Treffer von Oberauer, Zepf und Baaken nach knapp fünf Minuten den erneuten Anschluss (18:19/36.). Nichtsdestotrotz kassierte man in der Abwehr weiterhin zu einfache und auch unglücklich durchrutschende Gegentore, während Oberauer und Resch zwei Siebenmeter vergaben. Dies nahm Moosburg zum Anlass, um sich trotz zwischenzeitlicher Unterzahl auf 19:24 (45.) abzusetzen.
Im Anschluss stabilisierte sich die TVA-Deckung um Simon Karl merklich: Während das Kreisläuferspiel der SG erfolgreich verteidigt werden konnte, funktionierte nun auch das Festmachen der gegnerischen Halbspieler während ihrer Kreuzbewegungen. Überaus häufig gerieten die Gäste nun in das passive Spiel und wurden zu einer ungünstigen Wurfauswahl gedrängt, die Stadler zunehmend herausfischte. Hieraus resultierte ein 5:1-Lauf durch Oberauer, Karl, Zepf und Rechtsaußen Taubeneder, wodurch die Hausherren in der 53. Minute auf 24:25 verkürzen konnten.
Trotz einer Zeitstrafe gegen Karl ließ die Abwehr der Gastgeber selbst in Unterzahl nicht locker und setzte zahlreiche Stoppfouls, die das Angriffsspiel der Moosburger immer wieder ins Stocken brachte. Nach Gegenstoßtor mit Pass von Taubeneder auf Mitte Simon Antwerpen zog die SG zwei Minuten vor Schluss ihr letztes Timeout, um sich für die Crunchtime zu beraten (26:27/59.).
Zwar erhöhte Moosburg im Anschluss nochmals auf plus zwei, doch Zepf knallte das Spielgerät postwendend zum neunten Mal in dieser Begegnung in die Tormaschen (27:28/60.). In einer nun offensiven 3:3-Deckung setzte der TVA die Gäste unter Druck – mit Erfolg: Antwerpen klaute dem SG-Halbspieler den Ball, ehe Cotrainer Malz mit zwanzig Sekunden auf der Uhr zur Auszeit bat. Selbstbewusst gingen die Altöttinger in den letzten Angriff, und glichen kaltschnäuzig per Kempa-Trick auf Oberauer in letzter Sekunde zum 28:28 aus.
„Wir haben in einem sehr körperlichen und ausgeglichenen Spiel immer wieder gezeigt, dass wir uns heute was holen wollen und auch können. Wir haben uns trotz einiger Fehler im Angriff und ein paar Patzern in der Abwehr immer wieder in das Spiel zurückgekämpft, sodass das Unentschieden völlig verdient ist“, so Top-Torschütze Zepf.
Am nächsten Samstag besucht der Liga-Primus SpVgg Altenerding den TVA an der Burghauser Straße 69. Im Hinspiel unterlag man zwar deutlich mit 32:20, doch in den vergangen Jahren konnte man die Münchner zuhause immer wieder ärgern, und den ein oder anderen Punkt in Altötting behalten. Anpfiff ist um 17:00 Uhr.
Die Tore für den TVA erzielten: Felix Zepf (9), Johannes Resch (5/davon 3 Siebenmeter), Michael Oberauer (4), Christoph Baaken (3), Martin Taubeneder, Simon Karl (je 2), Johannes Karl, Simon Antwerpen, Patrick Malz (je 1).
Foto: Zucker
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